New York Marathon 2016

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New York Marathon

Eine Reise in die Stadt, die niemals schläft, wird zu einem unvergessenen Erlebnis. 

Am ersten Wochenende im November findet traditionell in New York der größte Stadt Marathon der Welt statt. Mit über 50.000 Finishern in diesem Jahr brach die Veranstaltung alle Rekorde. Auch eine kleine Läuferschar aus der Eifel hat sich aufgemacht, um die Herausforderung in der 6000 km entfernten Metropole anzunehmen. Der TV Konzen, die Kometen aus Steckenborn und auch zwei Läufer vom TuS Schmidt planten schon seit mehr als einem Jahr die Reise zum Big Apple. Und Groß sollte eines der wohl meist gebrauchten Wörter auf der anderen Seite des Atlantiks werden.

Am John F. Kennedy Flughafen gelandet, hieß für alle, erstmal die strengen Einreise Bestimmung der USA zu überstehen. Nachdem uns dies erfolgreich gelungen war, machten wir uns auf den Weg in die Stadt. Und schon in der beginnenden Dunkelheit war die Aussicht überwältigend. Die Skyline von Manhattan im Blick trafen wir in unserem Hotel auf Lexington Avenue ein. Allerdings waren wir aufgrund der Zeitverschiebung schon um 20 Uhr Ortszeit ziemlich müde, so dass die Kraft nur für einen kleinen Snack in einem Dinner um die Ecke reichte.

Um 7:00 Uhr am nächsten Tag machten wir uns dann ausgeschlafen auf die erste Laufrunde durch die Stadt, dabei wurden wir natürlich laufend‘ überwältigt. Mit vielen weiteren Startern hieß es dann ca. 2 km quer durch die Straßen zum Central Park zu laufen. Dort angekommen hatten wir eine grobe Vorstellung, was uns am Sonntag erwarten würde. Der Rest vom noch frühen Tag wurde somit auch voll genutzt. Angefangen mit der Fahrt auf das 259 Meter hohe Rockefeller Center mit einer spektakulären Sicht auf ganz Manhattan und vor allem dem Central Park. Weiter ging es dann zur Marathonmesse, wo wir endlich unsere Startnummern in Empfang nehmen durften. Kurz zurück im Hotel, um sich für die das nächste Highlight einzukleiden, ging es dann zur Parade der Nationen. Bei diesem Ereignis präsentierten die am Marathon teilnehmenden Läufer die Länder durch die jeweilige Nationalflagge. Nach dem Einmarsch wurden dann die internationalen Laufstars vorgestellt und abschließend konnten wir ein gigantisches Feuerwerk genießen. Den Abschluss des Tages fanden wir dann auf dem bunt beleuchten Broadway und Time Square.

Der Samstag vor dem Lauf, der Tag, wo eigentlich Füße hochlegt und letzte Kräfte gesammelt werden, wurde diesmal für viele Kilometer genutzt. Wir aber hatten ein tolles und ausgiebiges Programm. Kurz zusammengefasst: Besuch der Brooklyn Bridge, eine sehenswerte Schiffsrundfahrt vorbei an der Freiheitsstatue und der Skyline von Manhattan, Hard Rock Café, nochmal einen Abstecher zum legendären Time Square um dann früh ins Bett.

Am Sonntag klingelte der Wecker bereits um 5:00 Uhr, Abfahrt war um 5:30 Uhr mit dem Bus nach Staten Island bis zum Fuß der Verrazano-Narrows Bridge. Der dortige Startbereich verschlug uns schon den Atem: 1200 in lange Reihen gestellte Dixi-Toiletten, Stände mit Bagels, Kaffee und Powerriegeln und vieles mehr hatte der Veranstalter aufgestellt, um es den Läufern so gemütlich wie möglich zu machen. Nachdem wir uns um 9:10 Uhr in unseren Startblock gesellt hatten, ging es kurze Zeit später dann langsam in die Nähe der Startlinie. Ganz wie in den USA üblich wurde vom dem Startschuss die Nationalhymne gesungen. Und dann ging es endlich auf die beeindruckendsten 42,195 km unseres Lebens. Direkt nach dem Start hatte man von der Brücke aus einen unverbauten Blick auf die Skyline von Manhattan und wer davon noch nicht schon überwältigt war, wurde am Ende der Brücke von den ersten Zuschauern empfangen. Von da an jubelten den Läufern über 1 Millionen Zuschauer zu, die teilweise sogar in Dreier- und Vierer-Reihen auf beiden Seite der Strecke standen und man wurde lautstark angefeuert und abgeklatscht. Die New Yorker wissen wie man feiert!!! Sie motivierten jeden Läufer mit einer Leidenschaft und Originalität, dass man nur noch über das ganze Gesicht lächeln konnte. Die erste Hälfte ging vorbei wie im Flug. Nachdem wir Staten Island, Brooklyn und Queens durchquert hatten, ging es dann für uns uns auf den Weg durch die Bronx. Einen Stadtteil, den wir uns vorher als nicht so angenehm vorgestellt hatten. Aber die Bewohner straften uns Lügen!!! Wir wurden dort mit riesigen Plakaten begrüßt und von der Stimmung durch die Bronx bis nach Manhattan getragen. Ab hier hieß es jetzt die letzten 10 km auf dem Weg zum Ziel nur noch zu genießen! Und es wurde uns leicht gemacht. Die Zuschauer wurden noch zahlreicher an den Straßen. An allen Ecken waren die Frauen und Männer der New Yorker Polizei und Feuerwehr zu sehen, die uns ebenfalls anfeuerten. Und dann kam unser Ziel, der Central Park schon fast etwas zu schnell in Sicht. Bei Kilometer 41 und die Ziellinie vor Augen hatten wir als Eifeler Läufer alle noch einmal die Ehre unsere tollen Begleiterinnen am Straßenrand zu sehen (der eine oder andere blieb sogar kurz stehen).
Der emotionalste Moment wartete aber noch auf uns. Der Zieleinlauf war unbeschreiblich, auf großen Tribünen rechts und links saßen hunderte von Menschen, die jeden einzelnen Läufer so empfingen als ob man den Weltrekord gebrochen hätte. Dann erhielten wir die Medaille durch die vielzähligen Helfer. Auf das, was für die nächsten 24 Stunden auf alle Finisher zukam, waren wir nicht vorbereitet. Egal wem man in dieser Stadt mit seiner Medaille um den Hals begegnete, alle sagten dasselbe und dies mit einem so großen Respekt in der Stimme, dass es fast schon unwirklich war: „Congratulations, you did it“ oder „Good job“. Unsere immer gleiche Antwort mit einem breiten Lächeln auf dem Gesicht: „Thank you“. Überglücklich und voller Stolz trafen wir uns alle im Hotel wieder und verbrachten den restlichen Abend bei einem gemütlichen Essen beim Italiener.
Noch vollgesogen von den gesammelten Erinnerungen und Gefühlen setzten wir am Montag unsere Erkundung der Stadt fort. Neben den Stadtteilen Chinatown und Little Italy standen zwei der wohl bekanntesten Sehenswürdigkeiten in New York auf dem Programm. Der erste Punkt war ein für unsere Reise aussergewöhnlich ruhiger Ort: das 9/11 Memorial. Dies befindet sich sieben Stockwerke unterhalb der ehemaligen Twin Towers und ist eine Kombination aus Museum und Gedenkstätte. Für uns alle war dies wohl zusammen mit dem Marathon der emotionalste Eindruck unserer Reise. Für den Abschluss unseres Besuches im Big Apple hatten wir uns dann noch etwas ganz besonderes aufgehoben. Kurz vor Sonnenuntergang bestiegen wir den Aufzug des neuen One World Trade Centers. Dieser brachte uns in 57 Sekunden ins das 103. Stockwerk des Wolkenkratzers und ganz nebenbei wurde auf den Wänden im Fahrstuhl, wie auf einer Kinoleinwand, die Entstehung von Manhattan als animierter Film gezeigt. Die Aussicht von diesem über 400 Meter hohen Punkt, wo man in einer 360° Sicht über ganz New York blicken konnte, war einmalig.
Mit diesem wirklich gebührenden Ende packten wir alle unsere Koffer und begaben uns am Dienstag Mittag wieder zum Flughafen, um pünktlich um 07:30 Uhr deutscher Zeit in Düsseldorf zu landen. Diese Reise werden wir alle nie vergessen und es wird wohl einige Zeit und Fotoabende brauchen um alle Eindrücke wirklich zu verarbeiten.
Bei Allen, die uns bei dieser Reise, vor oder danach, unterstützt haben, möchten wir uns ganz herzlich bedanken. Neben unseren wie immer ausgezeichneten Begleitern an der Strecke Gudrun und Anja, geht ein besonderer Dank an Gaby und Claudia, die uns diesmal nicht begleiten konnten, aber in der Heimat besonders beim Rursee Marathon alles bestens organisierten. Mädels, beim nächsten Mal seit ihr wieder mit an der Strecke.

Laufen beim größten Rennen der Welt

Auch eine kleine Läuferschar aus der Eifel ( TV Konzen, die Kometen aus Steckenborn und zwei Läufer vom TuS Schmidt) waren beim New York Marathon 2016 dabei
Auch eine kleine Läuferschar aus der Eifel ( TV Konzen, die Kometen aus Steckenborn und zwei Läufer vom TuS Schmidt) waren beim New York Marathon 2016 dabei