Einfach mal so Filmen ? – Vorsicht !

Bewegtbildaufnahmen im Amateurfußball.

Mit dem Einzug ves Smartphones in den sozialen Netzwerke verbreiten sich Fotos und Videos heutzutage fast von allein.

Überall machen Menschen Schnappschüsse und zeichnen Situationen auf, die sie mit ihrem virtuellen Umfeld teilen. Dass es dabei die Rechte anderer Personen und damit bestimmte Regeln zu beachten gilt, ist den wenigsten bewusst. Das Gleiche gilt für den Amateurfußball. Auch auf dem Platz um die Ecke kann nicht jeder einfach filmen, was und wen er möchte. Vor dem Hintergrund, dass Bewegtbildaufnahmen auch im Fußball immer attraktiver werden und immer mehr Portale und Privatpersonen Videos von Spielen veröffentlichen, hier in Kürze die wichtigsten Grundsätze.

Die Mindeststandards sind im Einzelnen:

• Grundsatz: Persönlichkeitsrechte haben immer Vorrang vor den Interessen derjenigen, die Bewegtbilder aufzeichnen bzw. veröffentlichen möchten.
• Vor dem Dreh hat derjenige, der Bewegtbilder aufzeichnen möchte, die Zustimmung des Heimvereins zum Betreten der Platzanlage einzuholen.
• Vor dem Dreh ist die ausdrückliche Zustimmung der spielenden Mannschaften einzuholen. Dabei reicht es, wenn die Trainer ihre Einwilligung stellvertretend für die gesamte Mannschaft und die Trainer/Betreuer erklären. Zudem ist die Einwilligung des Schiedsrichters
und der Schiedsrichterassistenten (wenn vorhanden) einzuholen.
• Der Aufzeichnende stellt sicher, dass spätestens 30 Minuten vor Spielbeginn ein Aushang an der Platzanlage erfolgt, dass an diesem Tage Videoaufnahmen gefertigt werden.
• Aufnahmen innerhalb der Kabinen sind ausschließlich nach Einholung einer weiteren Einwilligung aller hiervon Betroffenen zulässig.
• Für die Einholung der Einwilligung bei Kindern und Jugendlichen gelten besondere rechtliche Voraussetzungen

Regelungen bei Kindern und Jugendlichen

Für Kinder und Jugendliche bis 18 Jahren gelten bei der Aufnahme von Bewegtbildern (und im Übrigen auch von Fotos) besondere Regelungen. Diese können nur dann ohne die Erziehungsberechtigten eine Einwilligung vornehmen, wenn sie „einsichtsfähig“ sind. Dies ist dann der Fall, wenn die abgebildete Person einschätzen kann, was eine Veröffentlichung im Internet bedeutet, wer diese Aufnahmen zur Kenntnis nehmen kann und welche Folgen aus der Veröffentlichung entstehen können. Die Datenschutzbeauftragten der Länder nehmen für die Einsichtsfähigkeit ein Grenzalter zwischen 13 und 16 Jahren an, je nach Einzelfall. Als Maßstab für die Praxis sollte daher gelten: Ab dem 16. Lebensjahr kann der Jugendliche selbst einwilligen, bei Kindern und Jugendlichen unter 16 Jahren muss die Einwilligung der Eltern eingeholt werden.
Abzustellen ist dabei auf das Sorgerecht. Bei getrennt lebenden Eltern, die gemeinsam das Sorgerecht ausüben, müssen also beide Elternteile zustimmen.

Hierzu gibt es ein Formular auf unserer Hompage unter „Sonstiges/Formulare/Downloads/Einverständniserklärung zur Veröffentlichung von Fotos Minderjähriger

Einverständniserklärung