Wichtige Regeländerungen im Fußball ab Saison 2017/2018

Nachstehend die wichtigsten Neuerungen im Regelwerk für Amateurfußballer ab Saison 2017/2018

Unerlaubter Eingriff in das Spielgeschehen

Ein Spieler, der das Spielfeld ohne erforderliche Erlaubnis des Schiedsrich-ters erneut betritt und in das Spiel – durch bloßes Spielen des Balles - eingreift, wird für dieses Vergehen nunmehr auch mit einem direkten Freistoß (ggfs. auch Strafstoß – soweit sich das Vergehen im Strafraum der betreffenden Mannschaft ereignet) bestraft.

Torerzielung mit einer zusätzlichen Person auf dem Spielfeld

Auch bezüglich des Umstandes „Aufenthalt einer zusätzlichen Person auf dem Spielfeld während einer Torerzielung“ wird die Regel an die Änderung aus der Vorsaison angepasst, welche bisher nur für einen Auswechselspieler oder Teamoffiziellen (als zusätzliche Person auf dem Spielfeld) einen direkten Freistoß vorsah. Gedanklich muss man nun auch einen Spieler, der eigentlich zum Spiel gehört, aber z.B. wegen einer Verletzung kurzfristig das Spielfeld verlassen musste, als „zusätzli-che Person“ bewerten, wenn dieser das Spielfeld ohne Erlaubnis des Schiedsrichters das Spielfeld wieder betreten hat. „Zusätzlich“ bedeutet also nicht zwingend, dass sich die Anzahl der auf dem Spielfeld befindlichen Personen gegenüber dem Normalmaß erhöht, sondern dass sich zum Zeitpunktpunkt der Torerzielung auf dem Spielfeld eine Person befunden hat, die dazu (in diesem Augenblick) keine Erlaubnis besaß.

Elfmeterschießen

Ein Spieler, der zur Herstellung der gleichen Spieleranzahl von der Teilnahme am Elfmeterschießen ausgeschlossen wurde, darf nunmehr den (verletzten) Torhüter ersetzen, auch wenn das Team die zulässige Höchstzahl an Auswechslungen bereits genutzt hat. Der ersetzte Torwart darf danach nicht mehr am Elfmeterschießen teilnehmen, also auch nicht als Schütze.

Verwahrnung für unsportliches Verhalten

Der Verzicht auf eine Verwarnung (Gelbe Karte) für das Unterbinden eines aussichtsreichen Angriffs, wenn ein Strafstoß für ein Vergehen gegeben wird, das bei dem Versuch begangen wurde, den Ball zu spielen, steht im Einklang mit der bereits erfolgten Änderung aus der vergangenen Saison, wo der Schiedsrichter auf eine Verwarnung (Gelbe Karte) statt auf Platzverweis (Rote Karte) erkennen konnte, wenn ein Spieler bei dem Versuch, den Ball zu spielen, eine offensichtliche Torchance des Gegners vereitelte und deswegen auf Strafstoß entschied.

Verhindern eines Tores oder Vereiteln einer offensichtlichen Torchance

Ein Spieler, des Feldes verwiesener Spieler, Auswechselspieler oder ausgewechselter Spieler, der das Spielfeld ohne die benötigte Erlaubnis des Schiedsrichters betritt und das Spiel oder einen Gegner beeinträchtigt und ein Tor des gegnerischen Teams verhindert oder eine offensichtliche Torchance vereitelt, begeht ein feldverweiswürdiges Vergehen.

Merke: Diese Auslegung wurde bereits in der letzten Saison so praktiziert. Neu ist allerdings, dass in diese Regelung nunmehr ein Spieler, der die Erlaubnis benötigt, um das Spielfeld erneut betreten zu dürfen (z.B. nach einer Verletzung), mit einbezogen wurde. So ist das unerlaubte Betreten des Spielfeldes und die Verhinderung eines Torerfolgs oder die Vereitelung einer offensichtlichen Torchance durch das bloße Spielen des Balles (mit dem Fuß), für den Spieler jetzt ebenfalls als ein feldverweiswürdiges Vergehen zu bewerten. Bislang wurde in diesem Fall nur auf eine Verwarnung und einen indirekten Freistoß wegen des unerlaubten Spielfeldbetretens erkannt.

Spielfortsetzung nach Fouls und Vergehen

Es gibt nun auch einen direkten Freistoß, wenn ein Vergehen auf dem Spielfeld gegen einen bereits des Feldes verwiesen Spieler begangen wird.
Darüber hinaus wird ein Spieler, der abseits des Spielfeldes ein Vergehen gegen einen gegnerischen Spieler/Auswechselspieler/Teamoffiziellen oder einen Spieloffiziellen begeht, mit einem (direkten oder indirekten) Freistoß auf der Begrenzungslinie bestraft, an dem Ort, der dem Vergehen oder der Beeinträchtigung am nächsten liegt.
Ebenso wird nun ein Auswechselspieler/Teamoffizieller, der ein Vergehen gegen ei-nen gegnerischen Spieler oder einen Spieloffiziellen außerhalb des Spielfeldes begeht, mit einem Freistoß auf der Begrenzungslinie bestraft, z.B. wenn ein Aus-wechselspieler einen Spieler angreift, der darauf wartet, das Spielfeld nach einer Verletzung erneut betreten zu dürfen, oder einen Spieler zu Fall bringt, der das Spielfeld vorübergehend verlassen hat, um nach dem Ball zu gehen. Diese Regel gilt nicht für Vergehen zwischen Auswechselspielern oder Teamoffiziellen sondern ausschließlich für ein Vergehen durch oder gegen einen der Spieler.

Strafstoß-Verghen und deren Sanktionen

Es ist nun klar geregelt, wie zu verfahren ist, wenn sowohl der Torhüter als auch der Strafstoßschütze gleichzeitig ein Vergehen begehen. Dies kommt jedoch selten vor, da gewöhnlich ein Spieler klar zuerst das Vergehen begeht. Je nach Wirkung (Torerfolg oder nicht) ergeben sich folgende Entscheidungen:
Wenn der Strafstoß verschossen/gehalten wird (aufgrund eines Vergehens durch den Torhüter) und beide Spieler ein verwarnungswürdiges Vergehen (Gelbe Karte) begangen haben (Schütze hat unsportlich getäuscht), werden beide Spieler verwarnt und der Strafstoß wird wiederholt.
Wenn ein Tor erzielt wird, ist der Torhüter nach der Definition im Regelwerk nicht zu verwarnen, so dass in diesem Falle das verwarnungswürdige Vergehen (Gelbe Karte) des Strafstoßschützen als "schwerwiegender" eingestuft wird und damit auch die Spielfortsetzung bestimmt: Indirekter Freistoß an der Strafstoßmarke als Ort des Vergehens.

 

*Bericht zu den neuen Regeln entnommen Magazin  des Fußballverbandes Mittelrhein (4-2017)