Aasgeier über Schmidt (2019)

Kampf um die dörfliche Idylle

Im Theaterstück „Aasgeier über Schmidt“ kann man erleben, wie die Schmidter sich zur Wehr setzen, wenn sie ihre dörfliche Idylle und den Zusammenhalt gefährdet sehen. Auf der Bühne im Saal des „Schützenhofes“ feierten die Laienschauspieler am Wochenende eine gelungene Premiere und die zweite Aufführung. Die Theater-AG des TuS Schmidt lässt munter und reichlich lokalkoloriert den Geier kreisen und die Leute in Aufruhr geraten.

Seltenes Mineral entdeckt

Nachdem im Weinort Schmidt bei Grabungen ein seltenes Mineral entdeckt wurde, setzen die kühnsten Spekulationen ein, und ein Teil der Dorfbevölkerung versucht, sich gegen „die Kojoten“ zu wehren, um das harmonische Miteinander in ihrem Heimatort zu retten.

Die neun agierenden Personen wurden trefflich besetzt, sie beherrschen den Text, die witzigen Dialoge und die Situationskomik. Das wurde bei den ersten beiden Aufführungen am Wochenende deutlich. Ein Pfarrer, der dem Wein sehr zugetan ist und auf dem Friedhof mit ausgebreiteten Armen „Steht auf, wenn ihr Schalker seid“ ruft, eine Lehrerin, die den mahnenden Zeigefinger erhebt, eine glückliche Witwe, die auf (Männer-)Raub aus ist – diese und noch mehr originelle Typen werden aufgeboten, und das Publikum darf sich knapp drei Stunden lang köstlich amüsieren.

Immer wieder gibt es kleine Seitenhiebe auf die Nachbarorte, beispielsweise: „Wir sind hier tolerant, hier dürfen sogar Leute aus Nideggen durchfahren.“ Wie der Herr A.A.S. Geier mit Vornamen heißt, das sorgt für Lachsalven, und die wenig trauernde Witwe fordert die Frauen auf: „Immer schön fettig kochen“ – damit diese ihre Männer bald loswerden. Ein Fiesling im feinen Anzug ist der Herr A.A.S. Geier, er hält sich für besonders schlau und die Dorfbewohner für Deppen. Doch die Schmidter sind wehrhaft.

Weitere Aufführungen

Den Befreiungskampf gegen das „Rattenpack“ können die Theaterfreunde auch am kommenden Wochenende noch erleben: am Freitag, 12. April, um 20 Uhr, ebenfalls am Samstag um 20 Uhr und am Sonntag um 18 Uhr im Saal Schützenhof. Karten im Vorverkauf zum Preis von sechs Euro erhält man bei „TV Sat Rolf Wergen“, Kommerscheidter Straße 6 in Schmidt, 02474/200; an der jeweiligen Abendkasse liegen wenige Restkarten bereit. (ale)

© Fotos und Text Anneliese Lauscher