TuS Schmidt-Jugend- hofft auf bessere Zeiten

In oberen Altersklassen herrscht diese Saison Flaute. Nächste Saison soll Mädchenmannschaft gegründet werden.

Bei der Fußballjugend des TuS Schmidt hofft man, die Talsohle durchschritten zu haben. „Für die nächste Saison möchten wir zumindest wieder eine eigene D-Juniorenmannschaft zusätzlich melden“, kündigte Jugendleiter Martin Nowak am Rande des Junioren-Hallenfußballturniers am vergangenen Wochenende in Simmerath an. Zum Aufschwung beitragen könnte beim TuS auch die Genehmigung eines neuen Kunstrasenspielfeldes an der Eichheckstraße.

Aktuell hat der traditionsreiche Turn- und Sportverein zwar drei Seniorenmannschaften (zwei Herrenteams und die Frauenmannschaft), im Jugendbereich aber lediglich eine E- und eine F-Juniorenmannschaft im Spielbetrieb des Fußballkreises Düren. Dazu kommt eine muntere und große Bambinigruppe, die Freundschaftsspiele und Turniere bestreitet und Hoffnung auf bessere Zeiten macht. „In den älteren Juniorenklassen haben wir dieses Jahr leider keine eigenen Mannschaften mehr zusammenbekommen, da sich für uns alleine schon aufgrund der Lage eine Jugendspielgemeinschaft oder ein Jugendförderverein als schwierig darstellt. Sowohl Nideggen als auch Simmerath liegen doch weit entfernt, wobei die meisten Menschen hier in Schmidt eher in Richtung Altkreis Monschau tendieren“, erklärt Martin Nowak. Auch eine gemeinsame Fußballjugendarbeit mit Vossenack, das mit der Ortschaft Schmidt über die Panoramastraße verbunden ist, habe sich bisher nicht ergeben.

In der Folge wanderten viele Nachwuchsfußballer in der jüngeren Vergangenheit zu Nachbarclubs und Spielgemeinschaften ab; „der überwiegende Teil zum SV Nordeifel“, bedauert Nowak, zeigt aber durchaus Verständnis, „da wir den Kindern und Jugendlichen keine Alternative bieten konnten“. In der Saison 17/18 war der TuS noch in allen Altersklassen von F- bis A-Junioren vertreten, in der A-, B- und C-Jugend aber bereits in Spielgemeinschaft mit dem SV Nordeifel bzw. der in Heimbach beheimateten SG Nordeifel. In der Folge-Saison 18/19 tauchte der Name des TuS Schmidt außer bei den E- und F-Jugendlichen auch noch in den C- und D-Juniorenstaffeln auf, hier aber in Spielgemeinschaft mit den Nideggener Nachbarn der SG Mausauel/Maubach.

Wieder mehr in der Heimat kicken

An der Eichheckstraße hofft man, dass nun endlich Ruhe einkehrt und die Kinder und Jugendlichen aus dem eigentlich – im positivsten Sinne – fußballverrückten Schmidt künftig wieder vermehrt in ihrem Heimatdorf kicken. In den drei genannten, jüngsten Altersklassen der laufenden Saison spielen fast 50 Nachwuchskicker, darunter auch einige Mädchen, mit großer Freude. „Unser Plan ist, zur nächsten Saison wieder eine eigene D-Juniorenmannschaft ins Rennen schicken zu können. Außerdem möchten wir gerne eine Mädchenmannschaft gründen“, sagt Martin Nowak, der selbst maßgeblich am Aufbau der Damenmannschaft des TuS beteiligt war, die mittlerweile in ihrer zweiten Saison erfolgreich in der Kreisklasse oben mitspielt. „Die Mädchenmannschaft möchten wir für eine Altersklasse von etwa 6 bis 12 Jahre anbieten, und sie soll zunächst nicht für den Spielbetrieb gemeldet werden“, erklärt der Jugendleiter.

Die Attraktivität des TuS-Angebots gewaltig steigern würde es natürlich, wenn der Verein über einen ganzjährig bespielbaren Kunstrasenplatz verfügen würde. Von einem Kunstrasen in Schmidt träumt der TuS schon seit mindestens 2012, doch erst im vergangenen Jahr nahmen die Bemühungen um eine solche Anlage wieder Fahrt auf, unterstützt von Bürgermeister Marco Schmunkamp. „Es geht um ein gesamtstädtisches Konzept mit Kunstrasenanlagen in Nideggen, Embken und Schmidt, und die Sportstätten sollen dann auch grundsätzlich anderen Einrichtungen wie beispielsweise den Schulen zur Verfügung stehen“, erklärt Martin Nowak, der auch der „Projektgruppe Kunstrasen“ im TuS angehört.  Klar ist: Mit einem Kunstrasenplatz würde die Attraktivität des Fußballspielens im eigenen Dorf auch für die Kinder und Jugendlichen dazugewinnen. „Das kann man drehen und wenden wie man will. Es ist einfach etwas anderes, als wenn man nur Training und Spiele auf Asche und Rasen bieten kann“, sagt Nowak und Turnierkoordinator Wolfgang Kirfel ergänzt: „Wobei auch unser Rasenplatz nicht mehr der Allerbeste ist.“

Noch ist das alles Zukunftsmusik, aber auch ohne Kunstrasen sieht man sich beim TuS auf einem guten Weg und freut sich über gute Kontakte und sportliche Freundschaften mit Vereinen und Jugendspielgemeinschaften der näheren und weiteren Umgebung. Dies wurde auch beim Hallenturnier am Wochenende deutlich, als sich drei TuS-Formationen in vier Altersklassen mit über 30 Gastmannschaften aus den Fußballkreisen Düren, Aachen und Euskirchen sowie aus dem Kölner Raum und aus Ostbelgien messen konnten (Ergebnisse s. Box). Mit seinen vielen Fußballkindern und fleißigen Helfern in der Turnierleitung und bei der Bewirtung zeigte der TuS sich jedenfalls gut aufgestellt für eine rosigere schwarz-gelbe Zukunft.

© Autor: Heiner Schepp | AZ/AN