Neuer Vorstand und wegweisende Projekte

Große Erleichterung war zu spüren, als der Turn- und Sportverein Schmidt am Freitagabend seine Generalversammlung schloss: Es hatte sich ein neuer Vorstand gebildet, der im über 100 Jahre alten Verein mit seinen 1039 Mitgliedern das Ruder übernimmt und wegweisende Projekte in die Tat umsetzen will.

Die Corona-Krise hat auch den TuS in seinen wesentlichen Aktivitäten arg eingeschränkt. Neuerdings wird wieder in kleinen Gruppen trainiert, die eifrigen Pilates-Fans, die Zumba-Mädels und mehrere Gymnastikgruppen pflegen ihr Hobby gemäß den Hygienevorschriften; sie könnten auch auf den Sportplatz ausweichen, wenn sie sich mit den Fußballern absprechen, die nun endlich wieder dem runden Leder nachjagen – gemäß den vorgegebenen Bedingungen.

Ebenso vorschriftsmäßig ging es auf der Generalversammlung zu, zwei Männer aus dem Vorstand hatten in der Turnhalle Abstandspunkte markiert und einige Stühle herbeigeschleppt. Zunächst trugen alle Mund- und Nasenschutz, und die Tagesordnungspunkte wurden sehr zügig abgearbeitet. Ganz offensichtlich gingen die TuS-ler, die Verantwortung übernehmen wollen, gut vorbereitet in die Versammlung.

Man hat es ja oft genug erlebt, dass große traditionsreiche Vereine ratlos bei der Generalversammlung nach Kandidaten für den Vorstand suchen, und nicht selten ging man frustriert auseinander und musste sich einige Wochen später erneut treffen. So war das beim TuS nicht, den ausscheidenden Vorstandsmitgliedern folgten nach jeweils nahezu einstimmiger Wahl neue Kandidaten: Nach Guido Krause wurde Norbert Wirtz Vorsitzender, an die Stelle von Rainer Liedtke folgte Philip Thoma als Zweiter Vorsitzender. Den Posten des Geschäftsführers übernahm Klaus Heck (vorher Anneliese Lauscher), und neuer Kassierer ist Christoph Nießen, dieses Amt bekleidete bis dahin Klaus Heck. Beisitzer sind Dirk Schmitz, Heinrich Stollenwerk, Stefan Kommer und Christian Naas.

Norbert Wirtz, der lange Jahre Jugendleiter im TuS gewesen ist und sich in der Vereinsarbeit bestens auskennt, meinte: „Wir müssen im Team gut zusammenarbeiten, als Einzelkämpfer klappt das nicht.“ Philip Thoma und Christian Nießen sind ebenfalls im TuS keine Unbekannten. Sie konnten nicht anwesend sein und hatten ihre Bereitschaft zur Kandidatur vorher erklärt. Philip Thoma war aktiver Fußballer in der Ersten und Zweiten Mannschaft und fungierte in den letzten Jahren bereits im Vorstand als Beisitzer. Christian Nießen ist Leichtathlet, in der Abteilung ist er Kassierer, und er gehört der „Projektgruppe Sportstätte“ an.

Über seine jungen Mitstreiter freut sich der „Oldie“ im Vorstand, Klaus Heck, der zweifellos schwarz-gelbes Blut in den Adern hat: Er ist seit Jahrzehnten aktiv, in der Jugendabteilung, am Sportplatz und war schließlich als Kassierer im Vorstand. Kurz zusammengefasst lautete das Programm des neuen Vorstands: für alle Abteilungen da sein, gute Möglichkeiten für den Sport entwickeln und baldmöglichst mit dem Bau der neuen Sport- und Begegnungsstätte inklusive Kunstrasenplatz beginnen. Hierzu gab die Projektgruppe an, dass sie in Kürze zu einer Informationsveranstaltung einladen werde. Wie bereits berichtet, gibt es für die Stadt Nideggen Fördermittel für drei Sportanlagen, und zwar für die in Nideggen-Rath, in Embken und in Schmidt. In Schmidt soll ein Kunstrasenplatz entstehen, ein Beachvolleyballfeld und Sportanlagen für die Leichtathleten.

Drei Fragen an Marco Schmunkamp

Aktives Mitglied im TuS Schmidt ist auch der Bürgermeister der Stadt Nideggen, Marco Schmunkamp. Foto: Anneliese Lauscher

(Bürgermeister der Stadt Nideggen und aktives Mitglied im TuS Schmidt):

Marco, Du gehörst zu den ersten Verfechtern der Idee eines Kunstrasenplatzes in Schmidt. Warum hast Du so vehement mindestens acht Jahre an den Plänen festgehalten?

Ich habe bei meinen Aktivitäten im TuS gesehen, dass es zwingend notwendig ist, gute Rahmenbedingungen zu schaffen; das ist das A und O für den zukünftigen Sport.

Was bedeutet das große Projekt für die Stadt Nideggen?

Als Bürgermeister freut es mich sehr, dass wir an drei Vereinsstandorten ein solch tolles Projekt verwirklichen können; ich habe die Möglichkeit genutzt, gemeinsam mit dem Stadtsportverband dieses Konzept zu entwickeln.

Wie siehst Du die Zusammenarbeit der Sportvereine in der Stadt Nideggen?

Im Stadtsportverband wird Sport gelebt. Hier gelten Fairplay-Regeln, es ist ein Team, in dem auch immer die Interessen der anderen akzeptiert und gewahrt werden. Wir haben schon beim Umbau des Lehrschwimmbeckens in Schmidt erlebt, wie man zusammen auf das Ziel zugeht, Möglichkeiten zu schaffen für sich entwickelnde Sportarten.

Drei Fragen an Norbert Wirtz

Der neue Vorsitzende des TuS Schmidt: Norbert Wirtz. Foto: Anneliese Lauscher

(Neuer Vorsitzender des TuS Schmidt):

Die Projektgruppe umschreibt das große Vorhaben mit „Unsere Sportanlage im Wandel“. Was bedeutet das Projekt für den TuS?

Es ist ein Meilenstein für die Entwicklung unseres Vereinssports, besonders für die Fußballabteilung, aber auch für die Leichtathleten und die Volleyballer, die neue Anlagen bekommen werden. Außerdem soll das Sportheim modernisiert werden, das kommt allen zugute.

Wie bald kann mit dem Bau begonnen werden?

Es wäre wünschenswert, dass noch in diesem Jahr der erste Spatenstich erfolgen kann; da sind wir guter Dinge.

Wie wichtig ist die Projektgruppe?

Hier sind zum kleinen Kreis, der seit 2012 das Vorhaben Kunstrasenplatz verfolgt, noch welche dazugekommen aus der Leichtathletik- und der Volleyballabteilung. Sie sind zwischen 23 und 59 Jahren alt und haben zusammen an den Plänen gearbeitet, sich auf verschiedene Bereiche spezialisiert und ihre Ideen eingebracht. Nachdem die Fördergelder bewilligt waren, hat sich ein Arbeitskreis der Stadt Nideggen gebildet, dem unter anderem zwei bis drei Personen aus den betroffenen Sportvereinen aus Schmidt, Embken und Rath angehören, also auch aus unserer Projektgruppe. So haben wir die Möglichkeit, parallel laufende Bauvorhaben zu verwirklichen und durch Synergieeffekte bei Unternehmen günstigere Preise zu erwirken.“

 

 

  Anneliese Lauscher/Eifeler Nachrichten