Die Amateurfußballer schauen weiter nur zu

Der Spielbetrieb im Amateursport würde derzeit auch in einer „normalen“ Saison wegen der Winterpause ruhen – aber in dieser Spielzeit wird der verlängerte und sogar verschärfte Lockdown die Hobbyfußballer wohl noch viel länger zum Zuschauen zwingen.

Während von der Bundesliga bis zur viertklassigen Regionalliga ohne Zuschauer gespielt werden darf, befinden sich die Amateure bereits seit November in der Winterpause. Wann sie endet? Unklar. Der Fußball-Verband Mittelrhein (FVM) hatte damals wegen der wieder steigenden Zahl der Corona-Infizierten die Saison unterbrochen – und nach den jüngsten Verschärfungen des Lockdowns ist weiter offen, ob und wann ein Trainings- und Spielbetrieb in den unteren Klassen wieder möglich sein wird.

„Es wäre reine Spekulation, eine Aussage darüber zu treffen“, sagte FVM-Präsident Bernd Neuendorf. Wie in so vielen Bereichen des Lebens, gebe es auch im Amateurfußball derzeit keine Planungssicherheit, sagte Neuendorf. „Die Entwicklungen sind in dieser Zeit sehr schnelllebig.“ Niemand wisse derzeit, ob, wann oder wie die Saison weitergehen könnte. Es gehe einzig darum, „auf Sicht zu fahren“. Druck von Vereinen gebe es nicht. Der Präsident sagte: „Jeder weiß, dass wir zum gegenwärtigen Zeitpunkt nichts zum weiteren Saisonverlauf sagen können.“

14 Tage normaler Trainingsbetrieb

Im Zuge der Unterbrechung der Saison im November hatten die Verantwortlichen betont, dass es mindestens einen Vorlauf von 14 Tagen mit normalen Mannschaftstraining brauche, bevor der Spielbetrieb wieder aufgenommen werde. Und kaum einer glaubt, dass ab dem 1. Februar – nachdem die aktuellen Beschlüsse der Politik ausgelaufen sind – wieder Übungseinheiten möglich sind.

Das Verbot des Mannschaftssport dürfte eher länger andauern. Und Neuendorf geht zudem davon aus, dass Training – selbst wenn die Zahl der Corona-Infizierten irgendwann wieder signifikant sinken sollte – zunächst nur in kleineren Gruppen möglich sein wird; so war es auch beim ersten Lockdown Mitte des vergangenen Jahres. Die Zwangspause könnte sich also noch über Wochen und Monate hinziehen

Keine gewertete Spielzeit?

Der FVM hatte schon vor Beginn der Saison in seiner Spielordnung festgelegt, wie zu verfahren ist, wenn die Spielzeit nicht auf dem Fußballplatz beendet werden kann: Sollten mindestens 50 Prozent der Spiele einer Liga über die Bühne gegangen sein, entscheidet der Tabellenstand unter Anwendung einer Quotientenregelung über Meister sowie Auf- und Absteiger. Sie wird jedoch nicht gewertet, wenn weniger als 50 Prozent der Partien einer Liga durchgeführt werden können; es gibt demnach keinen Meister oder Auf- und Absteiger in der betroffenen Staffel. Momentan sind in keiner einzigen Liga auch nur annähernd 50 Prozent der Partien absolviert worden.

©Fupa-Lukas Weinberger 06.01.2021