An der Annullierung der Saison führt eigentlich kein Weg vorbei

Die Amateurfußballer aus der Region warten auf eine Entscheidung des Verbandes, wie es mit der Saison weitergeht. An einer Annullierung führt eigentlich kein Weg vorbei.

Der Deutsche Fußball-Bund (DFB) rührt weiter mächtig die Werbetrommel. Fast täglich veröffentlicht der Dachverband von 26 Fußballverbänden in der Bundesrepublik Deutschland auf seiner Homepage neue Berichte von Experten zur Situation des Breiten- und Amateursports unter den speziellen Corona-Maßnahmen. Der Tenor dabei: Die Ansteckung auf dem Platz sei fast ausgeschlossen, die gesundheitlichen Folgen durch das stark eingeschränkte Sporttreiben von Kindern und Jugendlichen gravierend.

Ungeachtet dessen hat das Land NRW jüngst die eigene Corona-Schutzverordnung vorerst bis zum 26. April verlängert. Dass danach die Maßnahmen gelockert werden, ist aufgrund der steigenden Inzidenzzahlen so gut wie ausgeschlossen. Eine bundesweite „Notbremse“ ist derzeit das deutlich realistischere Szenario. An eine Fortsetzung der seit dem 30. Oktober 2020 unterbrochenen Spielzeit im Fußball-Verband Mitterhein (FVM) glaubt daher so gut wie niemand mehr ernsthaft. Dafür reicht die Zeit einfach nicht mehr aus.

„Zum weiteren Umgang mit der Saison gibt es eine Vielzahl von spieltechnischen und rechtlichen Fragen zu klären. Der FVM ist dazu auf allen Ebenen in einem intensiven Austausch. Er nimmt selbstverständlich auch die angesichts des aktuellen Infektionsgeschehens anhaltenden Beschränkungen für den Sport zur Kenntnis“, teilt der FVM dazu auf Nachfrage unserer Zeitung am Freitagnachmittag mit.

Anfang der Woche hatte der Verband für die bereits „qualifizierten und noch möglichen Teilnehmer des FVM-Pokals“ drei Modelle entwickelt, die er derzeit zur Diskussion stellt. Bis nächste Woche soll eine Rückmeldung erfolgen, dann wird in einer Videokonferenz über die Zukunft des regionalen Wettbewerbs informiert. Ein Starter für den lukrativen DFB-Pokal soll möglichst ermittelt werden.

Die Saison muss hingegen aller Voraussicht nach annulliert werden. Daran führt eigentlich kein Weg vorbei, denn Ende Februar hatte der FVM seinen „Fahrplan“ bereits veröffentlicht. Demnach soll bis zum 30. Juni 2021 eigentlich nur noch die Hinrunde abgeschlossen werden. Dafür müsste der Spielbetrieb bis Mitte Mai aber wieder starten, andernfalls soll laut der FVM-Verantwortlichen die Saison zu den Akten gelegt werden.

Da die Amateure nach der langen Auszeit jedoch zwingend eine ausreichende Vorbereitungszeit benötigen, um ohne größeres Verletzungsrisiko wieder in den Spielbetrieb einsteigen zu können, ist die Fortsetzung so gut wie ausgeschlossen. Auf- und Absteiger würde es bei einer Annullierung nicht geben, was auch Auswirkungen auf die „Sollbruchstelle“ zur Regionalliga hätte. Möglicherweise werden dann nur zwei Teams aus der West-Staffel in die Fünftklassigkeit versetzt, ein Aufsteiger aus der Mittelrheinliga ist nicht vorgesehen…

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VON LARS BREPOLS

Redakteur Aachener Nachrichten

16. April 2021