Welche Regeln für den Sport gelten jetzt

Die Coronaschutzverordnung für NRW ist nicht leicht zu durchschauen. Ein Überblick, was erlaubt ist – und was nicht.

Durch die Bundes-Notbremse ist die Ausgangslage vor dem Schnüren der Sportschuhe noch ein bisschen komplizierter geworden. Und dynamischer. Dies ist der Versuch, einen Überblick im Paragrafendschungel zu verschaffen.

Die wichtigste Information vorweg: Freizeit- und Amateursport ist in NRW in allen öffentlichen und privaten Sportanlagen, Fitnessstudios, Schwimmbädern und ähnlichen Einrichtungen (noch) verboten.

Um zu verhindern, dass eine Generation von Nichtschwimmern heranwächst, sind auch Schwimmbäder für bestimmte Gruppen geöffnet. Anfängerschwimmkurse mit bis zu fünf Kindern finden ebenso statt wie Kleinkinderschwimmkurse – solange der Inzidenzwert unter 165 liegt.

Grundsätzlich gilt: Bei einer Sieben-Tage-Inzidenz bis 100 ist Sport auf Außenanlagen möglich für:

– beliebig viele Personen aus einem Haushalt

– bis zu fünf Personen aus zwei Haushalten (Kinder bis 14 Jahre werden nicht mitgezählt)

– beliebig viele Personen aus einem Haushalt mit maximal einer weiteren Person aus einem anderen Haushalt (Kinder bis 14 Jahre werden nicht mitgezählt)

– bis zu 20 Kinder (bis 14 Jahre) mit maximal zwei Betreuern.

Da die Bundes-Notbremse erst ab einem Inzidenzwert von über 100 in Kraft tritt, ist „nur“ die Coronaschutzverordnung zu berücksichtigen. Es gibt aber auch für diese Gruppen Regeln, die beachtet werden müssen:

Ein Mindestabstand von fünf Metern zu anderen Personen, die nicht zur eigenen Gruppe gehören, muss auf Sportanlagen dauerhaft eingehalten werden. Außerhalb von Anlagen und Einrichtungen ist Sport unter Einhaltung der allgemeinen Kontaktbeschränkungen ebenfalls erlaubt.

Bei einem Inzidenzwert zwischen 101 und 165 ist Sport auf Außenanlagen möglich für:

– zwei Personen,

– beliebig viele Personen aus einem Haushalt,

– bis zu fünf Kinder (bis 13 Jahre) mit maximal zwei Trainern oder Betreuern.

Sport zu später Stunde möglich

Die sogenannte „Anleitung im Einzeltraining“ ist bis zu einem Inzidenzwert von 165 gestattet. Aber nur, wenn der jeweilige Trainer oder Übungsleiter einen negativen Coronavirus-Test vorweisen kann, der nicht älter als 24 Stunden ist.

Rund um die Uhr Sport zu treiben ist nicht möglich, dafür hat die Änderung des Infektionsschutzgesetzes gesorgt. Von 22 bis 5 Uhr des Folgetages gilt die Ausgangssperre, zwischen 22 und 24 Uhr ist es aber erlaubt, „der im Freien stattfindenden allein ausgeübten körperlichen Bewegung“ nachzugehen. Das bedeutet: Jogger oder Radfahrer können auch zu später Stunde ihre Runden drehen.

Mit der Einschränkung: „nicht jedoch in Sportanlagen“.

Verbindlich sind diese Regeln bis zum 30. Juni. Vorausgesetzt, dass die Coronaschutzverordnung oder das Infektionsschutzgesetz nicht in der Zwischenzeit angepasst werden.

Übrigens: Alle zuvor erwähnten Regeln könnten auch in Modellregionen keine Anwendung finden – in unserer Region gibt es aber zurzeit keine Stadt, die diesen Titel tragen darf.

FÜR KINDER UNTER 14 JAHREN

Trainingsmöglichkeiten auf Sportplätzen

Auch für sportbegeisterte Kinder sind es keine leichten Zeiten. Immerhin: In einigen Städten ist Besserung in Sicht. Der Stadtsportbund Aachen hat jetzt bekanntgegeben, dass sich Vereine, die in normalen Zeiten über Hallennutzungszeiten verfügen und in den vergangenen Monaten kein Training anbieten konnten, bei der Sportverwaltung der Stadt Aachen melden und freie Zeiten auf Sportplätzen anfragen können. Vorausgesetzt, dass sie „die in den Verordnungen gestattete Trainingsform umsetzen möchten“. Interessierte Vereine können sich per Mail an das Aachener Sportamt wenden:

sportamt@mail.aachen.de"

 

© Auszugsweise entnommen Aachener Nachrichten vom 11.Mai 2021