Keine Hexerei

DIE AKTEURE DES PILOTPROJEKTES „EHRENAMT ‚BEWEG’ DICH!“ IN DÜREN HABEN IN EINER „DREIERBEZIEHUNG“ VON VEREIN, KREISSPORTBUND UND KOMMUNE NEUE WEGE BESCHRITTEN, EHRENAMTLICHKEIT ZU FÖRDERN. JETZT WINKT ZUR BELOHNUNG DER BESUCH EINES SAGENUMWOBENEN SCHLOSSES.

"Das Projekt ist beispielgebend in Bezug auf die aktive Einbindung von jungen Menschen in die wichtige Aufgabe des sportlichen und politischen Ehrenamts"

Marco Schmunkamp
Bürgermeister  von Nideggen

Wo einst die Hexe Hackefey ihr Unwesen trieb, sollen die Früchte geerntet werden. Auf Schloss Burgau, einer Sehenswürdigkeit der Stadt. Der Sage nach sollte die Hexe dort Zwietracht sähen zwischen dem Burgherrn und seiner Gemahlin. Belohnung: ein Paar goldene Pantoffel. Bei dieser Partnerschaft wird sie keinen Erfolg haben. Da sind sich alle Beteiligten einig. Höhepunkt wird eine Feier genau in diesem romantischen Wasserschloss sein. Dann sollen die Projektvereine geehrt werden – von Andrea Milz, NRW-Staatssekretärin für Sport und Ehrenamt, Stefan Klett, Präsident des Landessportbundes NRW, sowie den politischen Vertretern des Kreises.

2020 startete das auf drei Jahre ausgelegte Dürener Modell. In jeder der 15 Kommunen des Kreises wurde ein Verein ausgewählt, der die Auszeichnung Ehrenamtsverein erhalten kann. Der Clou: Um insbesondere die Brücke zur Politik zu schlagen, sind die Bürgermeister*innen der jeweiligen Kommune eng mit eingebunden. Sie wählen nicht nur mit dem KSB den entsprechenden Verein aus, sondern stehen auch als Paten den jeweiligen J-Teams. der Vereine zur Seite. Deren Einrichtung ist eine Voraussetzung für die Teilnahme.

POLITIK WIRD PATE

Auch beim TuS Schmidt entstand so ein J-Team neu. Vier „Nachwuchskräfte“ ha-ben sich zusammengefunden und eine interessante Idee ausgeheckt: einen „Fernsehsender“ (TuS TV), der über den Verein berichtet. Eine „Sendung“ ist nun als Video schon online auf der Vereinswebsite. Teammitglied Julia Hensch: „Wir haben schon eine gute Jugendarbeit, aber damit das so bleibt, muss man das selbst in die Hand nehmen.“ Marco Schmunkamp, Bürgermeister von Nideggen, der Heimat des TuS, ist begeistert: „Es ist eine Freude zu sehen, wie engagiert sich alle, vor allem die Ehrenamtsmanager, im Sinne des Projekts einbringen. Ich wünsche allen den größtmöglichen Erfolg.“

Auf Bürgermeister Schmunkamp kommt dabei noch Arbeit zu: Ein regelmäßiger Austausch zwischen den jungen Ehrenamtlern und den politischen Gremien der jeweiligen Kommune ist eine erklärte Absicht des Projektes. Noch haben Hensch und das J-Team nicht die Luft der Lokalpolitik geschnuppert. Aber immerhin ist das Team schon zu einer Vorstandssitzung des TuS eingeladen.

AUSZEICHNUNG ALS EHRENAMTSVEREIN

Trotz Coronakrise ist man in Düren auf gutem Weg. „Alle Projektvereine haben im ersten Schritt einen Ehrenamtsmanager festgelegt“, erläutert Wolfgang Schmitz, Geschäftsführer des KSB, „dieser betreut vorrangig das Projekt im Verein und ist zugleich  Ansprechpartner für das jeweilige J-Team.“ Beim TuS hat Jugendleiter Martin Nowak diese Aufgabe übernommen: „Ich habe sofort zugesagt, als mich der Vorstand gefragt hat“, erinnert er sich.
Die Teilnahme an einer Ausbildung zum/zur Ehrenamtsmanager*in des KSB war dabei verpflichtend. Auch Nowak hat daran teilgenommen: „Ich habe einiges erfahren, was ich noch nicht kannte, den Ehrenamtszyklus zum Beispiel.“

Ein Ziel des Modells ist es, dass die Ver-eine die Auszeichnung als Ehrenamtsverein erhalten. Katharina Radermacher, die Projektverantwortliche beim KSB: „Die ausgewählten Vereinen sind derzeit dabei, alle vorgegebenen Kriterien zu erfüllen.“ Neben den bereits beschriebenen Maßnahmen müssen unter anderem die Vorstandsposten besetzt sein, eine zeitgemäße Satzung und Jugendordnung sind notwendig, und die Prävention gegen sexualisierte Gewalt muss verankert sein. Bei erfolgreichem Abschluss soll das Projekt über-regional angewendet werden, Alles keine Hexerei, sollte man meinen, und so steht dem Fest auf Schloss Burgau erst einmal nichts im Wege.

Das Pilotprojekt „Ehrenamt
‚beweg’ dich!“ wurde vom KSB Düren im Rahmen der „Initiative Ehrenamt“ des Landes NRW und dem Landessportbund NRW entwickelt. Ziel ist die Förderung des Ehrenamtes in Sport und Politik.

© Text Michael Stephan // Foto Andrea Bowinkelmann // Illustration Entwurfswerk

Text entnommen Magazin des Landessportbundes NRW

Download hier: https://go.lsb.nrw/2a

 

Gemeinsam für das Ehrenamt im Einsatz: Katharina Radermacher, KSB Düren, Marco Schmunkamp, Bürgermeister von Nideggen, Martin Nowak, TuS Schmidt