Von Lauf mit in Schmidt zu New York City Marathon

Nachdem die meisten Läufe 2020 dank Corona ausfallen mussten, stand 2021 ganz im Zeichen des Nachholens (so gut es ging). Für Sebastian Lossner hieß das unter anderem Vorbereiten auf seinen ersten Marathon. Zwar hatte er bereits einige Halbmarathons absolviert, doch er sah ein, dass für Marathons ein ernsteres Trainingsprogramm nötig war: Verzicht auf Alkohol, generell gesündere Ernährung, und ein geregelter Trainingsplan standen neben langen Arbeitstagen auf der Tagesordnung. Letztendlich machte sich das jedoch bezahlt und Sebastian erreichte sein persönliches Ziel, den ersten Marathon in unter 3:45 Stunden zu absolvieren.

 Hier die persönliche Erfahrung von Sebastian:

 Den New York Marathon zu laufen ist echt ein unbeschreibliches Erlebnis. Die Energie die von den Zuschauern aus geht die sich fast an der gesamten Strecke entlang befinden, ist einfach ansteckend. Ich habe teilweise meine Kopfhörer ausgeschaltet nur um das Toben der Menge zu hören, was dann teilweise dazu führt, dass man völlig vergisst, dass man ja grade 42+ Kilometer zu laufen hat. 

 Ich wollte meinen ersten Marathon natürlich so ernst wie möglich nehmen, und hab daher eben auch vernünftig trainiert. Mein erster Grundsatz war, kein einziges mal stehen zu bleiben oder zu gehen, weil ich genau wusste, dass ich danach nicht mehr in meinen Tritt reingekommen wäre. Ich bin am Anfang mit Sicherheit etwas zu schnell losgelaufen, aber hab mich wirklich bis Kilometer 32 sehr gut gefühlt. Danach habe ich dann zwischenzeitlich mal leicht runterfahren müssen, weil die Beine so langsam schwer wurden. Alles in allem war ich aber mit meiner Zeit ( 3:42:28) sehr zufrieden. 

 Die Strecke ist auch nicht unbedingt unanspruchsvoll und hat einige längere Steigungen in sich, vor allem wenn es über Brücken geht. Dazu kommt dann noch, dass auf den schwierigeren Passagen kaum Zuschauer sind, was die ganze Sache dann nochmal extra schmerzhaft macht. 

Ich hatte glücklicherweise einige Freunde entlang der Strecke und hab immer wieder viel Kraft getankt, so bald ich in deren Nähe kam (musste ja so aussehen, als ob ich noch frisch sei). Die konnten mich während des gesamten Marathons über eine App verfolgen und haben dann immer telefonisch durchgegeben, wo sie standen.

 Den Zieleinlauf werd ich wohl so schnell auch nicht vergessen. Mit jubelnden Zuschauern links und rechts zu realisieren, dass man grade seinen ersten Marathon hinter sich gebracht hat ist schon irgendwie emotional. Dazu noch das TuS Trikot tragen zu können während man in die Fußstapfen vom Papa tritt, hat dem ganze noch die Krone aufgesetzt.

 Nach dem Lauf haben wir dann noch mit ein paar Leuten ein wenig gefeiert. Das erste Bier nach 6 Wochen hat natürlich auch bestens geschmeckt. Im November 2022 steht jetzt der Philadelphia Marathon auf dem Plan. Außerdem habe ich vor, einen Halbmarathon pro Monat zu laufen um generell in der richtigen Form zu sein, wenn das eigentliche Marathontraining beginnt.

© 25.03.2022 Bianca Wergen